Artikel und Vorträge zur Kritik der bürgerlichen Wissenschaften

Argumente gegen die „Kritische Theorie“

Kritik der „Frankfurter Schule“ (Adorno, Horkheimer, Fromm)

Argumente gegen die „Kritische Theorie“Kritik der „Frankfurter Schule“ (Adorno, Horkheimer, Fromm)

Marxistische Gruppe, 1986
Neuauflage im GegenStandpunkt Verlag
36 Seiten, € 5.–

 

Einleitung

Adorno und Horkheimer, zwei Begründer der Kritischen Theorie, sind zwar tot; eine ganze Reihe ihrer Ansichten und Botschaften sind jedoch nicht aus der Mode gekommen. Ms guter Ruf, bei freischwebenden Intellektuellen zumal, eilt ihnen voran, dass sie integre Parteigänger radikaler Kritik waren; theoretische Anwälte des Individuums gegen alle Formen herrschaftlicher Unterdrückung; wissenschaftliche Aufklärer, die weder an der konservativen Verklärung der herrschenden Ordnung noch am weltanschaulichen Dogmatismus des Marxismus-Leninismus ein gutes Haar ließen. Mit dem fröhlichen Einzug des bürgerlichen Ideologienpluralismus in die immer bloß als Diener der falschen Herrschaft kritisierten ML-Universitäten stellt sich auch hier eine gewisse Aufmerksamkeit für die Ideologie- und Gesellschaftskritik der ,Frankfurter Schule‘ ein. Zumal die ideologischen (Ex-)Verfechter der östlichen Staatsdoktrin die Kritische Theorie immer bloß aufs Dümmste „entlarvt“ hatten, um so ihren eigenen botmäßigen Opportunismus zu demonstrieren. Erstens hatten sie den ‚Frankfurtern‘ falsche Parteilichkeit vorgeworfen, weil deren Denkprodukte vom hl. proletarischen Kanon des ML abweichen – als ob es eine Schande fürs Denken wäre, sich einer politischen Richtlinie zu verweigern. Zweitens prangerten sie den „praxisfernen Nihilismus“ der ‚Negativen Dialektik‘ an – als ob ausgerechnet die Versorgung der Menschheit mit konstruktiver Staatsmoral das Gütesiegel wissenschaftlicher Kritik wäre.

Im folgenden soll deshalb überprüft werden, was die Analysen der Kritischen Theorie wert sind. Ob es sich um Erkenntnisse handelt, die zu übernehmen sich lohnt, weil sie richtig sind, oder nicht. Die Frage, was die Kritische Theorie für Intellektuelle so attraktiv macht – außer der mit maximaler Unverständlichkeit kokettierenden Sprachmanier –, wird sich nebenbei ebenfalls beantworten.

I. Die 10 beliebtesten Dogmen der „Kritischen Theorie“

Objektive Erkenntnis ist eine Unmöglichkeit

Wissen ist per se Ideologie

Denken ist Gewalt

Abstraktes Denken und Tauschprinzip

Wirklichkeit ist Möglichkeit

Wissen – macht Auschwitz möglich

Naturbeherrschung ist Gewalt

Entfremdung

Die Kunst ist (nicht mehr) das Wahre

Kapitalismus zerstört echte Gemeinschaft

II. Der „autoritäre Charakter“ – Aufklärung über die Gründe des Mitmachens

Der subjektive Faktor: ein bedingter Wirkmechanismus

Untertänigkeit – eine Eigenart des Subjekts

Gehorsam als Naturgesetz des Willens

Nicht die Menschen sind pervers, sondern die Gesellschaft

Die kritische Theorie des Subjekts – eine einzige Antikritik

III. Adorno: Ästhetische Lehren aus Auschwitz

Gegen die Heteronomie der Welt

Die Autonomie der Kunst!

Das polemische Apriori der Kunst